Beratung versus Coaching

Warum schaffe ich als Unternehmensberaterin ohne integriertes Coaching keinen nachhaltigen Erfolg?

In meinen Jahren als freiberufliche Unternehmensberaterin wurde ich im Laufe der Zeit immer unzufriedener. Ich habe eine Weile gebraucht, um zu verstehen, was die Ursache dafür war. Ich wurde aufgrund meiner fachlichen Expertise gebucht, meistens in den Bereichen

– Etablierung einer CRM Software inkl. Definition der dahinterliegenden Prozesse

– Optimierung der Service Center Struktur bzw. -Prozesse

– Optimierung / Neustrukturierung des Kundenservice-Bereiches

– Aufbau von Leitfäden und eines Wissensmanagements im Bereich Customer Care

Ich traf mich also mit den Verantwortlichen, wir sprachen viel über meine Erfahrungen in diesen Bereichen, die anstehende Herausforderung im Unternehmen und denkbare Lösungsansätze.

Wurde ich dann gebucht, arbeitete ich mit einem Projektteam zusammen und suchte auch immer den Kontakt zu benachbarten Bereichen – in erster Linie aber deshalb, um Berührungspunkte mit den angrenzenden Prozessen und Aufgabenbereichen zu identifizieren und zu berücksichtigen.

Allerdings störte mich immer mehr, –und das berücksichtigte ich dann auch immer stärker in meiner Arbeitsweise– dass ich zwar meine Projekte technisch gut umsetzte, Deadlines und Budgets einhielt und alle fachlich festgelegten Ziele erreichte, ich aber dennoch wusste, dass die gewünschten, nachhaltigen Veränderungen und deutlich sichtbaren Verbesserungen nicht bzw. nur teilweise erreicht werden würden.

Warum habe ich nur oberflächliche Projekt-Erfolge erzielt?

Im gesamten Arbeitsprozess wurde in keiner Weise berücksichtigt,

  • welche Menschen die Projekte umsetzten,
  • welche Menschen die Teams mit den neuen Arbeitsweisen bzw. Systemen führten,
  • welche Menschen von den Auswirkungen der neuen Prozesse betroffen waren und
  • welche Menschen tagtäglich mit den geänderten Abläufen bzw. neuen Systemen arbeiten mussten.

Ja, alle „Betroffenen“ wurden mehrfach informiert und auch ausgiebig geschult. Das nennt sich „Change Management“ – das teilt sich in verschiedene Phasen auf, die auch jede*r kennt, die/der mit dem Thema „Change Management“ vertraut ist.

Aber das ist eben nicht genug.

Denn nicht nur das WIE ist von Bedeutung, wenn ich Veränderungen etablieren will, sondern auch das MIT WEM und FÜR WEN. Eine große Rolle spielt das WARUM – aber nicht das rationale, sachliche und unternehmerische „Warum“, sondern das emotionale, individuelle. Und dieses Warum ist ein ganz persönliches für jeden Menschen und kann nur selten durch die offizielle Begründung abgedeckt werden. Das „Warum“ ist für jeden Menschen der größte Antrieb in seinen Entscheidungen und seinem Tun. Wenn es mit gelingt, Menschen in ihrem persönlichen „Warum“ zu erreichen, habe ich die motiviertesten und engagiertesten Mitstreiter*innen gefunden.
In diesem Zusammenhang werde ich auch nie müde, den großartigen TED Talk mit Simon Sinek „Start with why“ zu empfehlen: https://www.youtube.com/watch?v=qp0HIF3SfI4

Wir Menschen sind individuelle Wesen. Wir nehmen Lerninhalte nicht nur auf unterschiedliche Art und Weise gut auf, können sie behalten und umsetzen, sondern wir haben auch unterschiedliche Beweggründe, warum wir eine Tätigkeit ausüben und wie wir untereinander kommunizieren. Jeder Mensch lebt, agiert und reagiert in seiner ganz eigenen Welt, die gebaut wurde aus unseren individuellen Prägungen, Wertvorstellungen, Erfahrungen und Erlebnissen. Das macht uns so einzigartig. Und auf Basis dieses Konglomerates aus dem, was uns individuell ausmacht, kommt unser Antrieb, warum uns etwas wichtig ist oder nicht, wie wir kommunizieren und wie wir auf andere Menschen und ihr Verhalten reagieren.

Wir sind alle okay.

Das ist okay. Jeder Mensch ist okay. Wir werden gesteuert von unserem Unterbewusstsein – viel schneller, als unser Bewusstes dagegen steuern kann.
Nochmal: Das ist okay. Es gibt da kein richtig oder falsch – wir sind das, was unser Leben aus uns gemacht hat.

Das alles muss mir als Berater*in klar sein, wenn ich nachhaltig erfolgreich sein möchte. Wenn ich anstrebe, euer Unternehmen mit dem Bewusstsein zu verlassen, dass ihr mich und meine Arbeitsweise nicht so schnell vergessen werdet und dass das, was ich gemeinsam mit euch und eurem Team erarbeitet habe, wirklich in eurem Kopf UND in eurem Bauch angekommen ist. Vielleicht finden die fachlichen Ergebnisse nicht alle gut, aber diesen Teammitgliedern ist dennoch sehr genau bewusst, worauf sie ablehnend reagieren – sie können es artikulieren und jeder im Umfeld kennt ihre Argumente über die (fachlich!) diskutiert werden kann. Gibt es keine fachlichen Beweggründe, sind ihnen ihre persönlichen Trigger bewusst und ihnen ist klar, dass es in ihrer Verantwortung liegt, ob sie – für sich selbst – daran arbeiten wollen oder nicht.

Vielleicht ist euch mit diesen Erläuterungen bereits klarer geworden, worin der Unterschied zwischen Beratung und Coaching besteht. Aber: Habt ihr das ganz konkret im Kopf, wenn ihr eine Beratung oder ein Coaching für euch sucht?

Um die Definition noch einmal klar zu stellen:

Für eine Beratung könnt ihr euch mit einer speziellen -meist fachlichen- Fragestellung an mich wenden, weil ihr aufgrund meiner Erfahrung und passenden Expertise einen ganz konkreten Lösungsvorschlag sucht. Als gute Beraterin werde ich euch nach eurer Problemstellung, eurem genauen Ziel und eventuell schon in Betracht gezogenen Handlungsalternativen fragen. Ein gutes Beratungsprojekt hat eine Deadline und ein Budget und ich werde mir Schnittstellen und Stakeholder anschauen, d.h. wer und was wird in welchem Maße von der favorisierten Lösungsmöglichkeit in welcher Form tangiert. Wer muss mit eingebunden werden und ggf. Abläufe oder Handlungen anpassen? Wer ist in welcher Form involviert und wie stehen diese Menschen zum Projekt, zur Problemstellung und zur möglichen Lösung?

Beim Coaching hingegen gebe ich keine Lösungen vor, sondern ich helfe euch, den für euch passenden Weg zu finden und in eurem Tempo umzusetzen. Manchmal ist im Coaching schon die größte Hürde genommen, wenn wir gemeinsam die Problemstellung klar benennen können. Dabei ist es wichtig, dass ich all meine Vorannahmen und meine Meinung zu bestimmten Themen komplett außen vor lasse und mich ganz auf euch, eure Werte, Glaubenssätze, Erfahrungen, Prägungen und Sichten der Welt einlasse. Ich sehe mich als eure Sparringspartnerin, die euch anregt, euch selbst und euer Verhalten zu hinterfragen sowie eigene Ziele und Lösungen zu entwickeln.

„Das Problem zu erkennen ist wichtiger, als die Lösung zu erkennen,
denn die genaue Darstellung des Problems führt zur Lösung.“

Albert Einstein

Gemeinsam haben Beratung und Coaching in meinen Augen den nach vorn gerichteten Lösungsfokus. Es ist wichtig, durch in der Vergangenheit entstandene Triggerpunkte dadurch entwickelte Verhaltensweisen und Reaktionsmuster zu erkennen. Eine genaue Analyse der Auslöser ist aber nicht wichtig, sondern viel mehr geht es darum, uns einschränkende Verhaltensweisen in hilfreiche Glaubenssätze und Verhaltensweisen umzudeuten und umzuformen, um uns auf Veränderungen, positive Entwicklungen und Kommunikation mit Arbeitskolleg*innen, Mitarbeiter*innen und Mitmenschen einzulassen, einzustellen und diese optimal für uns zu gestalten.

Warum funktioniert Beratung also nicht ohne integriertes Coaching, wenn ich Projekte und Veränderungen nachhaltig erfolgreich umsetzen und etablieren will?

Wie bereits erwähnt, liegt der Fokus in der klassischen Beratung meistens ausschließlich auf der fachlichen Fragestellung. Häufig wurde nicht einmal das System (d.h. die Gesamtheit der Individuen, Funktionen und Aufgaben) mit einbezogen, es wurden höchstens direkte Schnittstellen betrachtet.

Wie kann ich aber nachhaltig prozessuale Veränderungen etablieren, wenn ich die dahinterstehenden Persönlichkeiten, die diese Veränderungen umsetzen und leben müssen einfach ignoriere?

  • Wer will das Projekt mit welchen Beweggründen umsetzen?
  • Wie gehen diese Menschen mit Veränderungen, Herausforderungen, Gruppendynamiken und Krisen um?
  • Was treibt diese Personen als Führungskräfte und als Menschen an?
  • Wie kommunizieren sie miteinander? Welche Muster, Werte, (Vor-) Annahmen, Glaubenssätze sind dabei aktiv?
  • Was macht sie als Menschen aus?

Nur wenn wir das alles ZUSAMMEN betrachten und wertschätzen, werden wir auch unternehmerische Projekte erfolgreich gestalten können. Davon bin ich überzeigt und so arbeite ich.

Einen persönlichen Eindruck gewinnt ihr dazu auch auf meinem Instagram-Profil @claudiabose.de (https://www.instagram.com/claudiabose.de/). In den Highlights unter dem Stichpunkt „Coach / Berater“ findet ihr ein kleines persönliches Video zu diesem Thema.

Deshalb habe ich die „klassische“, einseitige Unternehmensberatung hinter mir gelassen, arbeite nicht mehr für Agenturen und betreue eben nicht mehr „Projekte“, sondern unterstütze Unternehmerinnen in ihren Unternehmen. Deshalb möchte ich, dass ihr euer Unternehmen mit Herz, Verstand und eurer Weiblichkeit führt – denn diese Komponenten verbinden für mich fachliches Know-How mit persönlichem Mindset.

Wenn euch meine Geschichte interessiert, dann lest gerne hier weiter: https://claudiabose.de/meine-geschichte/

Jetzt interessieren mich eure Erfahrungen mit Beratung und Coaching natürlich sehr.
Erkennt ihr etwas aus eurem beruflichen Alltag wieder?
Könnt ihr den Unterschied zwischen Beratung und Coaching nachvollziehen?
Habt ihr Beispiele, wo das eine sinnvoll ist und wo das andere?
Und wo das eine nur in Zusammenarbeit mit dem anderen gut funktionieren wird?

Ich bin immer fasziniert von Geschichten, Erfahrungen, Meinungen. Schreibt mir gerne an impulse@claudiabose.de, lasst einen Kommentar da oder diskutiert mit mir bei Instagram auf @claudiabose.de, bei https://www.linkedin.com/in/claudia-bose-cbo/ oder auf
https://www.facebook.com/claudiabose.de/.

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